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CCC feiert Renaissance im Außenrevier
Cosnapeler Karnevalisten haben "Asyl" in Falken gefunden - Motto dieser Saison: "Ob auf der Erde oder im All - Fasching feiern wir √ľberall"

 

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Zeitung

Freie Presse

 

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vom

27.02.01

 

 

Autor

Hans-Peter Kuppe

 

 

 

 

 

.Noch im vergangenen Jahr drohte dem CCC, einem der traditionsreichsten Faschingsvereine der Region, das Aus. In diesem Jahr feiert der Cosnapeler Carnevals Club seine Renaissance.
F√ľnf Veranstaltungen 1998, im Fr√ľhjahr 1999 eine letzte, abgespeckte Faschingsfete in der Gastst√§tte des Gasthofes Kuhschnappel, dann war Feierabend. Der neue Betreiber des Gasthofes bekam vom Inhaber nicht das Recht zugesprochen, den Saal mit zu nutzen.
Fast ein Jahr ging beim CCC nichts mehr. "Die 48. Saison fiel quasi aus", erinnert sich der heutige Präsident, Marcel Todtermuschke, nur ungern. Und: "Wir dachten im Jahr 2000 schon ans Aufgeben." Das hätte Großvater Bernd Wagner, dem allerersten Präsidenten, mit Sicherheit nicht gefallen. Er und Wendelin Klein, beides Rheinländer und im Ort hängen geblieben, importierten 1952 die carnevalistische Idee und infizierten einige Kuhschnappeler mit dem Faschingsvirus.
Aus dem Chor des Ortes, der heute auf eine √ľber 150-j√§hrige Geschichte blicken kann, spaltete sich eine carnevalistische Fraktion ab. Den Chor, haupts√§chlich aus Frauen bestehend, gibt es heute noch. Die H√§lfte der 25 Sangesfreudigen mischt im CCC mit.
Als der Club im Jahr 2000 ohne Veranstaltungslokal dastand, sprangen einige Clubmitglieder wegen der vermeintlich unlösbaren Probleme ab. Ein Ausweichlokal im 450 Seelen-Ort gab es nicht. Was die einen als Asylantrag betrachteten, erschien den unverbesserlichen Optimisten als Rettung. Bei Wirt Axel Esche im Gasthof Falken stieß der CCC auf offene Ohren und super Bedingungen. Ehemals als Disco betrieben, war noch alles da im Gasthaus - Technik, von Lichtanlage bis Sound-Maschinen, beste Gastronomie und 220 Plätze Kapazität.
Faschingsherz, was willst du mehr? Neubeginn beim CCC, der Jugendclub sprang auf den Zug auf, das Ballett formierte sich und trainierte mehr denn je. Neue Leute, neue Texte, aber Traditionspflege. Nach wie vor gibt es nur einen Prinzen, keine Prinzessin. Und der heißt in diesem Jahr Horst I. und muss ebenfalls traditionsgemäß die Prinzenrede halten.
Urspr√ľnglich hatte der CCC bef√ľrchtet, der geschrumpften Mannschaft wegen nur ein einst√ľndiges Programm auf die Beine zu bringen. Irrtum. Immer mehr schlossen sich an. Rund 30 Mitglieder z√§hlt jetzt der Club, sogar 45 Mitwirkende das Programm. Und das dauert pl√∂tzlich satte zweieinhalb Stunden. Jetzt jubelts also wieder "Cosnapel fidel", ganz wie in alten Zeiten, aber an neuem Ort. "Der Gasthof bietet uns ideale Bedingungen. Er hat nur einen Nachteil, steht eben im falschen Ort", res√ľmiert Todtermuschke. Dieser Umstand lieferte auch gleich das Motto f√ľr die 49. CCC-Saison und die erste ausw√§rtige: "Ob auf der Erde oder im All - Fasching feiern wir √ľberall."
Die meisten Kuhschnappeler Faschingsfans sehen die Auswanderung gelassen. Denn f√ľr den Transport in den Heimatort sorgte der Club mit einem eigens gecharterten Bustransfer vor. Unbestritten zus√§tzlicher Aufwand, den man irgendwie auf den Eintrittspreis umlegen musste.
Und wenn es am 11. 11. dieses Jahres zur Eröffnung der 50. Saison heißt "Ein halbes Jahrhundert Carneval made in Kuhschnappel", dann hat das der Ort einem Häuflein von Enthusiasten zu verdanken
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