zur Übersicht

 

 

Kuhschnappel: Multimedia-Show am „Ende des Feldes“
Am Sonntag stellte der Cosnapeler Carnevals Club seine CD ausfĂŒhrlich vor - Chronik des Ortes und des Clubs anlĂ€ĂŸlich des 50-jĂ€hrigen Bestehens

 

Artikel zurĂŒck 

Zeitung

Freie Presse

 

  Artikel vor

 

vom

 

 

 

Autor

Dennis Kittler

 

 

 

 

 

Andreas Barth fand es schon etwas ungewöhnlich, dass der Cosnapeler Carnevals Club eV (CCC) zu seinem 50-JĂ€hrigen dieses Jahr eine CD erstellt hat und nicht eine Festschrift. Die hĂ€tten dann alle lesen können - unabhĂ€ngig von der Technik. Aber der CCC hatte sich trotz dessen fĂŒr die multimediale Aufbereitung entschieden, zumal man die zahlreichen Videosequenzen und Fotos irgendwie mit an den Mann bringen wollte. Außerdem ist‘s so billiger, erzĂ€hlt Marcel Todtermuschke, Chef der Karnevalisten.
Und da der CCC das Argument, dass vor allem die Älteren der wenig mehr als 500 Einwohner keinen Computer hĂ€tten und deshalb die CD nicht ansehen können, verstanden hatte, lud er gestern Nachmittag alle Interessenten in den Gasthof des Ortes ein. Über hundert GĂ€ste folgten trotz des strahlenden Sonnenscheins dem Aufruf und bekamen nicht nur die multimediale Orts- und Karnevalschronik zu Gesicht, sondern auch noch jede Menge Wissenswertes zum Namen „Kuhschnappel“ zu hören. Andreas Barth, wissenschaftlicher Bibliothekar und Kuhschnappler, stellte in einer guten Stunde die wissenschaftliche Sichtweise vor.
Er erzĂ€hlte, dass der Ortsname erstmals 1460 urkundlich erwĂ€hnt wurde. Damals allerdings schrieben die Einwohner ihr Dorf noch Konsnopel, Consnopel oder Consnapele. Erst 1720 tauchte in einem SchriftstĂŒck zum ersten Mal die heutige Schreibweise auf. Und 1964 lieferte Karlheinz Hengst in seiner Dissertation, die sich mit den Ortsnamen der Kreise Hohenstein-Ernstthal, Glauchau und Stollberg beschĂ€ftigte, gleich noch die Bedeutung mit: Als Übersetzung eines sorbischen Wortes heißt Kuhschnappel „Das Ende des Feldes“ oder „Feld mit Spitzen“.
Nach einem sich anschließenden ausfĂŒhrlichen literarischen Exkurs, der die Konzentration der GĂ€ste extrem forderte, begann endlich der Teil der PrĂ€sentation, auf den alle gewartet hatten. Marcel Todtermuschke stellte die CD vor, die in einem guten Jahr Arbeit erstellt worden war. Er erklĂ€rte die Navigation (ein Wegweiser, der inmitten eines virtuellen Dorfplatzes steht) und ging auf die einzelnen Rubriken ein. Gleich zu Beginn sorgten einige alte Fotos und Filme fĂŒr Erinnerungen und stellenweise GelĂ€chter unter den Bewohnern. So erkannten einzelne GĂ€ste die Personen auf einem Faschingsfoto wieder, das auf die Zeit der Nationalsozialisten zurĂŒckgeht. Außerdem wurden einige teils sehr alte Filme mit Ortsansichten gezeigt.